2 wunderbare Dezembernächte in den Bergen

Am Mittwoch den 13.12.06 kündigt sich herrliches Winterwetter an. Von München ist bei kalter Luft ein tiefblauer Himmel zu sehen, ein Blick in die Berge lässt eine gute Durchsicht erahnen. Meine Entscheidung in die Berge zu fahren steht schnell fest und ich breche gegen Abend in Richtung Süden auf.


heller Meteor im Orion; fotografiert von Friedrich Lamprecht am 14.12.2006; feststehende Kamera 17mm f/4; 15s; ISO 800

Die erste Nacht treffe ich mich mit Friedl auf einen verschneiten Parkplatz in ca. 1100m Höhe. Fallwinde vom Norden lassen die Sterne flackern, dass Seeing ist schlecht. Dafür ist die Durchsicht typisch für den Platz, ich sehe Sterne von 6m7 im Kleinen Wagen. Leichte Frostgrade, jedoch trockene Luft lassen die Beobachtung für die Jahreszeit angenehm erscheinen. Besonderheit die Nacht ist das aufkommende Maximum der Geminiden (siehe Foto vom 14.12.06, Danke Friedl). Dieses bemerken wir immer wieder mit vielen hellen, langsam ziehenden Meteoren. Sehr beeindruckend. Gegen Mitternacht kommt uns noch ein Münchener Meteorbeobachter besuchen, der auf dem Weg zum Beobachtngsplatz "Stimmen" gehört hat :-)
Bevor ich mich mit dem Bubble Nebel an das eigentliche Objekt der Begierde besuche ich ein paar offene Sternhaufen in der unmittelbaren Nähe.

In der zweiten Nacht vom 15.12. auf den 16.12.06 spreche ich mich mit Friedl, Stathis und Ralph ab. Die günstige Witterung lässt das Aufsuchen eines höher gelegenen Beobachtungsplatzes auf ca. 1300m zu. Die Nacht soll gut werden, weniger Wind lässt besseres Seeing zu. Auch die Transparenz ist mit fst 6m8 sehr gut. Im Gegensatz zum kalten Tal ist es "auf'm Berg" +5°C warm, ideal und für Mitte Dezember schon sehr ungewöhnlich.

Genug Teleskop. Ich lehne mich in meinen Relaxstuhl zurück und genieße einige Minuten einfach nur den Himmel mit bloßen Auge.

Ich steigere mein effektive Öffnung auf 5700% und beobachte mit 16" Öffnung weiter. Zur Abwechselung zwei Holmberg Galaxien, die allesamt Zwerggalaxien großer Galaxien wie M 81 oder M 101 sind.

Nach einigen Knallern (gemeint sind helle Objekte wie Orionnebel, NGC 1535, Abell 12, NGC 1491...) die wir auch immer wieder zwischendurch einstellen räumen wir gegen 3.30 Uhr den Platz, für mich nach 9 Stunden Beobachtungszeit genug des Guten.