Erlebnisreiche Januarnächte in den Bergen

So wie das Jahr 2006 endete, so fing die Neumondzeit im Jahr 2007 an...mit klaren Himmel. Von zwei, d.h. eine hervorragende und zwei angebrochene Nächte möchte ich jetzt berichten.

Die erste halbe Nacht...

...fing viel versprechend an. Kein Schnee auch in Höhenlagen über 1000m und warme Temperaturen im Plusbereich ließen uns den Stammplatz in den Bergen immer noch erreichen, ungewöhnlich für die Jahreszeit. Gute Transparenz bei einer Grenzgröße von fst 6m7 ließen die teilweise heftigen Windböen ertragen. Mit von der Partie war Friedl, der den Wind wohl kommen sah und deswegen sein "bombenfesten" 10" Volltubus mitbrachte.

Die zweite Nacht...

...wird zur besten im ganzen Winter. Windstille, Wochenende, Plusgrade und kein Schnee, besser geht es kaum. Die Transparenz ist hervorragend, die Grenzgröße geht stark auf die 7mag zu, ich schätze sie auf fst 6m9. Nebel im Tal hätte an diesem Tag wohl die magische 7 knacken lassen.

Ich bemerke bei der Beobachtung vom Eridanus Cluster recht gutes Seeing tief im Süden...genau richtig für Messier 77 und NGC 1055.

Zum Entspannen beobachte ich ein paar offenen Sternhaufen...eine Objektgruppe, die ich gern Aufmerksam schenke, einige Beispiele sind auch weiter unten zu sehen.

Nach den offenen Sternhaufen nun zwei extrem schwere Planetarische Nebel. Bei beiden hab ich unter ebenfalls guten Bedingungen schon negative Ergebnisse gehabt. Bei fst 6m9 müssen sie herhalten, jetzt oder nie...

Nun wieder zu den offenen Sternhaufen. Eigentlich hatte ich vor die Nacht langsam und "gemütlich" ausklingen zu lassen, aber es wurde zu meiner Überraschung noch mal hochspannend.

In der Uranometria fällt mir in der Gegend eine Abkürzung "Bi" auf, was Biurakan heißt und einen Katalog von 13 offenen Sternhaufen beinhaltet. Aus reinen Neugier halte ich auf den ersten...

Die dritte Nacht...

...bräuchte ich eigentlich nicht groß erwähnen. Spannendstes Detail war die überfrierende (stark ansteigende) Straße, die mich zwar den Platz hochkommen ließ, um ein Haar aber nicht mehr runter. Die Nacht ist feucht und kalt, die Durchsicht für den Platz nur mäßig. Ich schätze auf fst 6m5.

Die Plejadennebel geben bei schlechtem Seeing noch am meisten her, obwohl diese auch sehr empfindlich auf Durchsicht reagieren.

Weiter mit ein paar offenen Sternhaufen. Interessant für mich wieder die Biurakan Haufen. Außer den beobachteten Haufen 9-12 stehen noch zwei weitere in dieser Himmelsregion.

Plötzlich ziehen tiefe Wolken herein. Ich packe und versuche heil die völlig mit Eis überfrorene Straße heil runterzukommen, was mir auch ohne Einsatz von Schneeketten gelingt.